St. John

Deep South & St. John / Tauchsafari

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Unberührte Unterwasserwelt


Kein anderes tropisches Meer lässt sich von Europa aus in so kurzer Zeit erreichen und bietet einen derartigen Reichtum an Unterwasserflora und -fauna wie das Rote Meer.

Die Tour startet vom Hafen in Hamata und bringt einen zu den bekannten St. John Riffen, ca. 20 Kilometer südlich von Zabargad. Diese Riffe wurden aufgrund ihrer großen Entfernung selten betaucht und bieten somit eine noch fast unberührte Unterwasserwelt, atemberaubende Steilwände und vor allem Großfische.

Auf der Tour werden wir an den folgenden Riffen halt machen:

Abu Galawa

Da die Namensgebung der Riffe oft auf das Äußere schließen lässt, erklärt sich hier der Name „Vater des Schwimmbads“ durch die kleinen Lagunen, die wie kleine Schwimmbäder im Riff aussehen. Da dieses weitläufige Riff aufgrund seiner Größe einen ruhigen Nachtankerplatz bietet wird es meist am

Nachmittag angefahren. Da über den Schlepper keine genauen Details vorliegen und selbst der Name „Tiensin“, „Tienstin“ oder „Tieng Sin“ nicht offiziell bestätigt ist, wollen wir darüber auch nicht weitere Spekulationen anstellen. Tatsache hingegen ist, dass es so dicht bewachsen ist, dass es fast mit dem Riff verwachsen ist. Man erkennt es auf den ersten Blick fast nicht erkennt und wundert sich nur, warum das Riff ein paar Meter entfernt so gerade ist. Der 34m lange und 6 m breite Schlepper schmiegt sich aufrecht in einer Tiefe von 0m bis 17m ans Riff. Vom Vorderdeck aus kann man zwar ins Innere des Schiffes tauchen um den gut erhaltenen Dieselmotor zu begutachten. Wesentlich einfacher ist es jedoch, durch die vielen Öffnungen und Bullaugen den Maschinenraum und die Kajüten zu inspizieren. Schon aus diesem Grunde sollte man eine Lampe mitnehmen in deren Lichtkegel man sämtliche Details erkennen kann. Während sich im Wrackinneren Glasfisch-Gruppen und ihre Jäger (Barsche und Feuerfische) aufhalten sieht man auf und um das Wrack herum viele Fische und Schneckschen. Bei dem Rückweg zum Schiff kann einem am Riff ein kleiner ortsansässiger Weißspitzenriff entgegenkommen und ab und zu sieht man auch Delfine, die zwischen dem Hauptriff und den Blöcken umherziehen. Auch findet man an keinem anderen Platz im Roten Meer so große Grundeln. Vor allem lassen sich die dazugehörigen Krebse nicht von den Tauchern bei ihrem Hausputz stören. Lustig ist vor allem, wenn zwei Krebse mit einer Grundel zusammenleben, da diese in einem Affenzahn die Höhle von Sand freischieben. So mancher Schneeschieber könnte sich da ein Beispiel nehmen. Bei dem Wrack bietet sich neben einem schönen Nachmittagstauchgang auch der Nachttauchgang an.

 

Shaab Sataya Nord

In der nördlichen Ecke der Innenlagune der Fury Shoals liegen hinter dem Saumriff einige interessante Ergs (Riffeinschnitte) mit recht üppigem Bewuchs, unter anderem Weichkorallen und Gorgonien. Die erreichbaren Tiefen halten sich mit zehn bis 15 Metern in bequemen „Eintauch-Bereichen.“ Bewegt man sich jedoch zum Außenriff, so beginnt hier ein Steilabfall, der über die 40-Meter-Grenze hinabführt.

Sha’ab Sataya Drop Off

Die gesamte Ostseite des Shaab Sataya Drop Offs stellt sich als durchgehender Steilabfall dar. Der östliche Teil fällt fast senkrecht ab und endet auf einem Vorsprung zwischen 70 und 80 Metern. Großfischen begegnet man hier am besten in den frühen Morgen- und späten Nachmittagsstunden. Auf dem Riffdach liegen die Überreste eines unbekannten Wracks. Folgt man der Steilwand weiter nach Süden, stößt man in 17 Metern Tiefe zunächst auf einen etwa 1,5 Meter hohen Danforth-Anker. Unmittelbar nach dem Anker ist in 35 Metern ein phantastischer Torbogen auszumachen. Eine Seite wird vom Drop Off selbst gebildet, die andere von einem hochaufragenden Felsblock. An der Außenseite stehen wunderbare Peitschenkorallen, ebenso im Durchlass selbst.

St John’s

Südlich von Berenice gelegen bildet die St. John’s Gruppe das größte Riffplateau im südlichen Ägypten. Groß sind die Fische, haifischgroß. Je nach Jahreszeit werden verschiedene Haiarten beschrieben und dazu zählen auch ein paar der großen: Tigerhai, Hammerhai, Weißspitzenhochseehai, Fuchshai. Macht Euch auf die Suche nach dem riesigen Buckelkopf-Papageienfisch, genießt die Unterwasserlandschaften, wie sie schöner kaum sein können: riesige Fächer- und weichkorallen, Höhlen, Überhänge und das gute Auge findet immer Schönes fürs Makroobjektiv.

Sha´ab Malahi

Viele Taucher kamen hier schon mit strahlenden Augen aus dem Wasser und wollten unbedingt noch einen Tauchgang hier machen, der dann meist über 90 Minuten ging. Das ovale Riff ist von einem 20m–25m tiefen Sandboden umgeben. Gut die Hälfte des Riffes ist zerklüftet und die einzelnen Canyons ziehen sich in einer Tiefe zwischen 4m – 12m wie ein Labyrinth durch das ganze Riff. Besonders die Fotografen sind von den Licht- und Schattenspielen begeistert. Neben zwei Schildkröten sind hier auch ein paar Weißspitzenriffhaie zuhause. Noch vor ein paar Jahren konnte man in einer Höhle bei jedem Tauchgang drei dieser kleinen Haie beobachten. Heute sieht man sie eher draußen bei den Ergs, wo sie an den Tauchern vorbeiziehen. Da man alleine in diesem Teil mit den ganzen Canyons, Höhlchen, Vorsprüngen und Durchgängen einen 90 Minuten-Tauchgang verbringen kann bietet sich ein weiterer Tauchgang an den großen Erg´s, die um das ganze Riff verteilt sind, an. Besonders schön sind die drei Ergs an der Nordseite. Sie sind mit einer unglaublichen Vielfalt an Korallen bewachsen und man bekommt das Gefühl, dass sie vor lauter Leben explodieren könnten. Zwei von ihnen sind durchbrochen. In den bewachsenen Durchbrüche tummeln sich Glasfische –dazwischen ihre Jäger- was zu Folge hat, dass Fotografen dort meist wie festgenagelt ausharren. Zwischen den einzelnen Ergs stehen unterschiedlich große Tischkorallen, wo sich Blaupunktrochen, Muränen und Igelfische ein Ruhepäuschen genehmigen. Zwei dort lebende Napoleons machen es einem schwer den Tauchgang zu beenden.

Sha´ab Maksur

Fans von Steilwänden haben hier gleich zwei Mal Gelegenheit über tiefem Blau zu schweben. Sha´ab Maksur ist ein sehr langgezogenes Riff, welches an den Enden jeweils schöne Plateaus hat. Das Nordplateau beginnt in ca. 18m und fällt sanft auf 35m ab. Wenn die Strömung es zulässt kann man es

rund um die steilabfallende Riffkante gemütlich betauchen und nach Großfisch Ausschau halten. Während man graue Riffhaie eher im unteren Bereich der Steilwand patrollieren sieht, kommt über dem Plateau ab und zu auch mal ein Manta vorbei. Im Freiwasser zieht auch oft eine Gruppe Barrakudas ihre Runden. Eine größere Gruppe von standorttreuen Makrelen stehen meist an der Riffwand und begrüßen die Taucher, wenn sie vom Plateau zurückkommen. Da das Schiff etwas entfernt im wellenarmen Bereich ankern muss, sollte man den Tauchgang an der Westseite beenden um außerhalb des Brandungsbereiches auftauchen zu können. Den Tauchgang am Südplateau sollte man mit dem Zodiak ein Stück an der Ostwand beginnen und an den drei Ergs, die auf dem Plateau stehen und bis ca. 5 m unter die Wasseroberfläche gehen, beenden. Diese sind wunderschön bewachsen und versprechen einen schönen Sicherheitsstopp.

Sha´ab Claude

Dieses Riff hat im Laufe der Jahre viele Fans gefunden, was nicht zuletzt an dem kleinen Höhlensystem liegt. Hier lebt auch eine der wohl ältesten und somit größten Muränen, die schon so manchen Taucher erschreckt hat, wenn sie sich unbeeindruckt von diesen durch „ihre“ Gänge schlängelt. Um das Riff herum erstreckt sich Sandboden in 18m – 23m Tiefe. Begrüßt und verabschiedet wird man von einem großen Napoleon. Gleich ein Stück weiter Richtung Westen stößt man auf große Gruppen von Gelbflossenbarben und gepunkteten Süßlippfischen. Folgt man dem Riff, führt einem dieses gen orden, wo einem ein paar stattlich und schön bewachsene Ergs erwarten. Von dort taucht man links durch einen Kanal, der zur Ostseite des Riffes und einem prachtvollen Korallengarten führt. Von hier aus sind die Eingänge zum Höhlensystem schon zu sehen. Der schönste Punkt darin ist ein Raum der an eine Kathedrale erinnert. Hier und in den Höhlengängen fällt durch die nicht vollkommen geschlossene Decke immer etwas Tageslicht, welches zu faszinierenden Licht und Schattenspielen führt und schon einigen Fotografen großartige Fotos bescherte. Wie man der Beschreibung entnehmen kann ist dieses Riff sehr weitläufig, so dass die meisten Taucher meist erst nach über 90 Minuten aus dem Wasser kommen und gerne einen weiteren Tauchgang machen würden.

 

 

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